Success Stories

Digitalisierung von Engineering-Prozessen: Nahtlose Zusammenarbeit und innovative Produktentwicklung

Branche: Automotive OEM |  Zeitraum: 4 Jahre | Teamgröße: 7 Berater:innen

Unter der sprichwörtlichen eigenen Haube unseres Automotive-OEM-Kunden entstehen Fahrzeugträume der Zukunft, und dafür müssen Konstrukteure, Homologationsexperten, Simulationsingenieure und viele weitere Rollen einen mächtigen und gleichzeitig bedienbaren Systemverbund kontrollieren. Relativ frische Automotive Player auf dem Weltmarkt sind in der Lage, Fahrzeuge schneller auf den Markt zu bringen, weil kein „Brownfield“ (gewachsene Systemlandschaft über Zeit) betrieben werden muss und sie über Software-Systeme verfügen, welche die unternehmensweite Zusammenarbeit effizient gestalten.

Dazu müssen in der Fahrzeugentwicklung durchgängige Daten mittels kontinuierlicher Arbeitsweisen im Product Lifecycle Management Tool (PLM) dokumentiert und für die unterschiedlichen Rollen schnell und intuitiv nutzbar gemacht werden, und das gleichermaßen mit mehreren Zehntausenden Usern täglich. Nicht zuletzt geht es um die Befähigung für Use Cases der Künstlichen Intelligenz: Die verbesserte (Daten-)Vernetzung und Modernisierung des Systemverbunds für den Produktentstehungsprozess ist der Übergang in das neue Datenzeitalter.

Die Entscheidung unseres Kunden, eines Automobilherstellers, fiel auf die Dassault 3DExperience Plattform als neuen Baustein im PLM-Systemverbund. Gemeinsam mit einem aufgebohrten Release Management als zusätzlichem Baustein soll auf diese Weise eine neue und feature-reiche Entwicklungs- und Kollaborationsplattform entstehen. 3DExperience im Zentrum und im Verbund mit vielen weiteren Systemen wird langfristig prägen, wie Konstrukteure Fahrzeugvisionen auf die Straße bringen.

Zentrale Herausforderung ist die immer weiter zunehmende Virtualisierung im „Data Driven Product Development“. Dabei müssen Prozesse von der Anforderung bis zur Absicherung im V-Modell berücksichtigt und ein durchgängiges Datenmanagement aufgebaut werden.
Unser Auftrag ist hierbei die Vernetzung der verschiedenen Ebenen im Projekt, damit jedes Teilprojekt zielgerichtet agieren kann und die so aufgebaute Architektur zum Leben erweckt wird.

Seit über vier Jahren begleiten wir die Engineering-Transformation bereits bei verschiedenen Parteien. Im Jahr 2024 begleitete ein Team aus sieben Beratern die Engineering-Transformation. 2024 war außerdem das entscheidende Jahr für das Aufsetzen des Release Trains, der den ersten produktiven Release für die Entwicklungs- und Kollaborationsplattform ebnen und damit die Entwicklung eines neuen Fahrzeugderivats für die Serienproduktion ermöglichen wird.

Top Consultant

Autoren

Manuel Gramlich

Principal

Benjamin Lüber

Senior Consultant

Challenge: Zentrale Herausforderungen im Projekt

    • Komplexe Abhängigkeiten erfordern frühzeitige fachliche Detaillierung: Die hohe Komplexität im Automobil-Produktentstehungsprozess (PEP), geprägt von zahlreichen Beteiligten und verschlungenen Zusammenhängen, erschwert die Entwicklung umfassender, stimmiger Aufgabenpakete. Diese sind jedoch notwendig, um einen klaren Projektplan für die IT-Umsetzung zu schaffen. Die lange Dauer der Konzeptphase resultierte daraus, dass die übergreifende Stimmigkeit erst erarbeitet werden musste, während Intransparenzen innerhalb dieser Prozesse die Akzeptanz und erfolgreiche Implementierung der notwendigen Veränderungen in der neuen Arbeitswelt erschwerten.
    • Übergreifende Architektur ist essenziell – kollaborative Zusammenarbeit gestaltet sich zunehmend schwierig: Teamübergreifende Abstimmung ist essenziell, doch begrenzte Zusammenarbeit und viele Abhängigkeiten erschweren das Zusammenfügen der Konzepte. Die Business Architektur muss auf ein detailliertes Niveau gebracht werden, um das Softwareprojekt erfolgreich zu starten. Eine zentrale Herausforderung lag darin, den Zwischenraum zwischen Projektteams konzeptuell zu lösen.
    • Gefragte Skills: Product Lifecycle Management, Enterprise Architecture Management, Requirement Engineering: Für die erfolgreiche Entwicklung einer Business Architektur sind exzellente Fähigkeiten im Requirement Engineering essentiell. Diese Kompetenzen müssen mit der Fähigkeit kombiniert werden, die vielfältigen technischen Facetten des Produktentstehungsprozesses (PEP) umfassend zu erfassen und effektiv in das Gesamtkonzept zu integrieren. Kenntnisse in Product Lifecycle Management und Enterprise Architecture Management ergänzen dieses Profil, um eine robuste und zukunftssichere Basis für den Projektverlauf zu schaffen.
    • Koordination und Klärung umfangreicher, bereichsübergreifender Fachthemen: Um Anforderungen ableiten und Fortschritte erzielen zu können, müssen zunächst umfangreiche Fachthemen mit hoher Komplexität und ein dichtes Netz verwobener inhaltlicher Abläufe bewältigt werden. Diese Inhalte stellen eine bedeutende Hürde dar, die es zu überwinden gilt.
    • Etablierte Zusammenarbeitsmodell stößt an seine Grenzen: Das bestehende agile Zusammenarbeitsmodell, das innerhalb der etablierten IT-Matrixorganisation angewendet wird, zeigte zwar Erfolg, stieß jedoch bei der Steuerung teamübergreifender Abhängigkeiten und bei der gemeinschaftlichen Lösung komplexer Aufgaben an seine Grenzen. Zahlreiche offene Aufgaben und Klärungspunkte wurden erkannt, konnten in diesem Rahmen allerdings nur schwer zugewiesen und effektiv gelöst werden.
    • Mitarbeitende verfügen nur begrenzt über Erfahrung in Projektarbeit und Online-Fachterminen: Einige Projektmitarbeiter:innen hatten nur eingeschränkte Erfahrung im Umgang mit Tools wie Jira und Confluence sowie in der Anforderungserstellung und Qualitätskontrolle, was die Abstimmung und Zusammenführung von Konzepten erschwerte. Während sie damit vertraut sind, Arbeit eigenständig zu ermitteln, fällt ihnen die Zusammenarbeit bei breitem Fachspektrum mit anderen Teams schwer. Online-Meetings, in denen Mitarbeitende aus verschiedenen Organisationseinheiten zusammenkommen, erfordern spezielle Fähigkeiten zur Steuerung und Dokumentation.
Zufriedene Kunden aus Mittelstand und Konzernen

Success Journey: Gemeinsam Komplexität meistern und Innovation gestalten

01

Silos verbinden und Fachkonzepte gesamthaft stimmig machen
  • Fähigkeit, regelmäßig Flughöhen zu wechseln („reinzoomen“, „rauszoomen“)
  • Ausarbeitung und Darstellung von Kernfunktionalitäten im übergreifenden Kontext, welche das neue Engineering System im Zielbild erfüllen
  • Verwendung eines vereinfachenden Mediums: Produktentstehungsprozess konzeptuell aus der Perspektive des Lebenszyklus eines Bauteils von der Anlage bis zur Freigabe. Anwendung von Design-Thinking-Methoden in großen Workshop-Serien
  • Begleitung von Teilarchitekturen und Zusammenführen in den globalen Kontext des zukünftigen Fahrzeugentwicklungsprozess

02

Workshops effektiv einsetzen und ins Ziel führen
  • Workshops und Workshopreihen mit vorab ausgearbeitetem Schwerpunkt und klar gesetztem Scope, wodurch Teilbereiche innerhalb der Bauteile-Journey mit einer hohen Reife konzeptuell ausgearbeitet werden können
  • Sicherstellung des inhaltlichen Mehrwerts von Workshops, u. a. durch zielführende Workshopformate und -medien. Hoher Qualitätsanspruch in der Ausarbeitung von Wissen (Requirement Engineering) und Kompetenz, um die zwischenmenschlichen Faktoren der Zusammenarbeit zu stärken.
  • Befähigung von einzelnen Projektteams durch Unterstützung, welche die übergreifenden Aspekte abdeckt, Abhängigkeiten aufzeigt und Koordination für detaillierte Ausarbeitungen bietet.

03

Kommunikation und Zusammenarbeit von Stakeholdern und Experten fördern
  • Schnittstelle zwischen Business und IT für bessere Kommunikation zwischen allen Stakeholdern, indem sichergestellt wird, dass alle das große Ganze verstehen und ihre Arbeit entsprechend abstimmen.
  • Stärkung der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit – sowohl in der etablierten Linienorganisation sowie in der geschaffenen Projektorganisation
  • Einbezug von Experten beispielsweise in der Vorbereitung von Workshops

Impact at Launch: Von der Roadmap zur erfolgreichen Umsetzung

  • Kickstart der 13 Projektteams in der Ausdetaillierung dieser Kernfunktionalitäten.
  • Architekturartefakte wie Prozesse und Fähigkeiten zu allen Kernfunktionalitäten als Basis für die weitere Zusammenarbeit.
  • Visuelle Darstellung des Architekturbilds als klar erkennbarer Mehrwert der Architekturleistung – übersichtliche Sicht auf Funktionalitäten, Schnittstellen sowie beteiligte Anwendungen und Domänen für alle Parteien.

Fazit & Ausblick: Von Komplexität zu Klarheit – Digitalisierung als Innovationsmotor

Mit der Digitalisierung der Engineering-Prozesse und der Einführung einer integrierten Entwicklungs- und Kollaborationsplattform haben wir nicht nur systemische und prozessuale Herausforderungen adressiert, sondern die Basis für eine nachhaltige Innovationsfähigkeit im Automotive Engineering geschaffen. Unsere Lösung ermöglicht Transparenz, Effizienz und nahtlose Zusammenarbeit in hochkomplexen Entwicklungsumgebungen – und trägt damit messbar zur Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit unseres Kunden bei. Wesentlich für den Projekterfolg war unser praxisorientierter, gesamtheitlicher Ansatz, der technologische Exzellenz mit tiefem Prozessverständnis verbindet. Unternehmen profitieren so langfristig von schnelleren Entwicklungszyklen, höherer Datenqualität und der strategischen Befähigung für neue datengetriebene Geschäftsmodelle.

Was ist Ihr nächstes Projekt?

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Manuel Gramlich

Principal

Benjamin Lüber

Senior Consultant

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